| VS-WorkSuite Die verkehrstechnische Arbeitsumgebung für Lichtsignalsteuerungen
Der Produktname „VS-WorkSuite“ ist aus dem Begriff Workflow abgeleitet. Workflow ist gleichzeitig unser Leitbild, alle Tätigkeiten, die im Verlauf der Bearbeitung einer verkehrsabhängigen Lichtsignalsteuerung anfallen, in einem Werkzeug zusammen zu fassen. Ausgehend von der Planung der Festzeitsteuerung, werden alle Schritte von der VS-PLUS-Parametrierung, dem Test, der Versorgung, bis hin zur Qualitätsanalyse behandelt. Dabei können die Ergebnisse jeweils in einer offen gelegten Form, soweit wie möglich gemäß dem OCIT Standard, ausgegeben und so an andere Werkzeuge übergeben und von diesen übernommen werden. Die VS-WorkSuite ist ein Windows-basiertes Programm und erfüllt die allgemeinen Standards einer benutzerfreundlichen Bedienoberfläche. Die VS-WorkSuite ist zudem vollkommen kompatible zum SITRAFFIC P2. Sie ist modular aufgebaut und kann so den Bedürfnissen der Benutzer angepasst werden. Die Architektur begünstigt darüber hinaus einen weiteren Ausbau, so dass künftig weitere Module leicht ergänzt werden. Geplant sind Module wie Versorgungs-Wizards, die erweiterte Qualitäts-Analyse VS-pCoq sowie VS-MOFA. ![]()
Die VS-WorkSuite besteht aus den Modulen:
Die VS-WorkSuite hat diverse Schnittstellen, um Daten mit anderen Anwendungen
auszutauschen. Wenn immer möglich, sind diese Schnittstellen gemäß frei gegebenen OCIT Standards entwickelt.
Das Register „Steuergerät“ bildet die Basis für alle anderen Module. Gemäß den Begriffen aus OTEC AP1 enthält es, soweit erforderlich, die Konfiguration und die Festzeitsteuerung eines Steuergerätes sowie den erforderlichen Gerätetreiber für den VS-PLUS Test und die Aufzeichnungen: ![]() Im Speziellen werden unter dem Register „Topologie“ die Signalgruppen und Detektoren, unter dem Register „Gerätelisten“ die Signalfolgen und Mindestzeiten, unter dem Register „Signalgruppenbezüge“ die Versatz- und Zwischenzeiten und unter dem Register „Signalprogramme“ die Signalzeitenpläne versorgt. Die Daten können manuell (tabellarisch oder grafisch) eingegeben oder importiert werden. Zur Zeit besteht auch ein Direktimport aus dem SITRAFFIC P2 via XML-Schnittstelle sowie eine Komplettübernahme aus der Datenbank von visual VS-PLUS 5.x. Damit kann eine bereits vorhandene Versorgung aus dem SITRAFFIC P2 oder aus visual VS-PLUS in die VS-WorkSuite übernommen werden. Sobald die OTEC AP1 Schnittstelle in der Version 2 freigegeben ist, wird die VS-WorkSuite mit einer entsprechenden Importfunktion nachgerüstet werden. ![]()
Das Register „VS-PLUS Parametrierung“ ersetzt zusammen mit dem Register „Versorgung“ visual VS-PLUS 5.x in der gesamten Funktionalität. Mit der neuen VS-WorkSuite wird eine VS-PLUS-Parametrierung effizienter, da die Objekte wie Signalgruppen, Detektoren Verkehrsströme etc. in Gruppen angelegt werden können. Die Daten können wiederum manuell oder grafisch eingegeben werden. Wie unter dem „Register Steuergerät“ erwähnt, können sämtliche Parameter durch einen Import aus der visual VS-PLUS 5.x Datenbank (*.udb) direkt übernommen werden. ![]() Die Versorgung besteht aus den Elementen „Topologie“, „VS-PLUS Parameter“ und „VS-PLUS Freestyle“. Unter dem Register „Topologie“ werden die Objekte wie Anzeigeelemente, Verkehrsströme etc., welche VS-PLUS benötigt, angelegt. Dazu werden direkte Beziehungen zu den Objekten des Steuergerätes hergestellt. Damit wird sichergestellt, dass mit den korrekten Gerätedaten gearbeitet wird. Die VS-PLUS Parameter beinhalten sämtliche bekannten Parameter der VS-PLUS Version 6.x. Damit werden die Editoren von visual VS-PLUS 5.x inhaltlich wie funktional abgelöst. Im Register VS-PLUS Freestyle können die freien Parameter zu einem eigenen Stück Software definiert werden, welches mit dem Flussdiagrammeditor VS-Freestyle oder der TL-Oberfläche von Siemens programmiert werden kann. Diese Logikeditoren gelten als Zusatzmodule zur VS-WorkSuite und müssen separat bestellt werden. Die Module können aus dem Register „VS-PLUS Freestyle“ aufgerufen werden. ![]() ![]()
![]() Im Register „Versorgung“ befinden sich die Elemente „Parametersatz Definition“ und „Export“. Unter dem Register Parametersatz Definition werden zuerst die bekannten Datensätze „Detektorparameter“, „Verkehrsstromparameter“ etc. aus den angelegten Formularen zusammengesetzt und schließlich im Register „VS-PLUS Programmdefinition“ den Programmen zugeordnet und mit den globalen Kennungen ergänzt. Der Export der Daten in Form der VCE-Datei befindet sich neu im separaten Element Export. Zudem kann eine VS-PLUS CSV-Datei zwecks Übergabe der Objekte an VS-Freestyle ausgegeben werden. Darüber hinaus wird ein Export in OTEC AP1 Version 1.0 zur Verfügung gestellt. Dieser Export dient den Herstellern dazu, ein Gerät gemäß den Vorgaben zu konfigurieren. Sobald OTEC AP1 in der Version 2.0 von der OCIT frei gegeben ist, wird der Export mit dieser Exportschnittstelle ergänzt. Diese neue Schnittstelle wird sowohl die Daten für eine Gerätekonfiguration, als auch für die Verkehrsabhängigkeit enthalten. Damit wird sie die VS-PLUS VCE künftig ersetzen. ![]() ![]()
![]() VS-PLUS Test dient dem Testen einer VS-PLUS Versorgung, sowohl im Rahmen einer Simulation als auch am Steuergerät. Zur Verfügung stehen eine Signalplanaufzeichnung, ein ASCII Protokoll sowie der VS-PLUS Monitor. Die gewünschten Protokolle können frei konfiguriert werden. Während der Online-Visualisierung können gleichzeitig Protokolle gespeichert werden, welche dann als Aufzeichnungen zur Qualitätsanalyse zur Verfügung stehen. ![]() ![]() ![]()
Wie der Name sagt, werden im vorliegenden Register Aufzeichnungen zwecks einer späteren Qualitätsanalyse erstellt. Damit die Algorithmen der Qualitätsanalyse immer auf demselben Datenformat aufsetzen können, speichert die VS-WorkSuite alle Daten unabhängig der Datenquelle in einem internen Standard, dem VPx-Format ab. Die Daten selbst können entweder online erfasst oder aus einem bereits aufgezeichneten Protokoll gewonnen werden. Wesentlich ist, dass sowohl diese Aufzeichnungen als auch die Qualitätsanalyse unabhängig vom Steuerungsverfahren VS-PLUS sind. Das heißt, es können beliebige Steuerungsverfahren beurteilt werden. Die jeweils zur Aufzeichnung zur Verfügung stehenden Werte sind durch die so genannte „wtt“ geräteabhängig bestimmt. Die VS-WorkSuite hält diese wtt-Informationen intern und zeigt die verfügbare Auswahl in Abhängigkeit des gewählten Treibers an. ![]() Für die Online-Erfassung stehen so genannte Treiber zur Verfügung. Diese sind zur Zeit noch proprietär, solange das OTEC OITP-Protokoll (OCIT-Instations QA Schnittstelle) noch nicht frei gegeben ist. Sobald diese frei gegeben ist, werden entsprechende – OCIT-konforme - Treiber zur Verfügung gestellt. Proprietäre Treiber sind für folgende Geräte lieferbar: Signalbau Huber MTC 5000, Siemens MS und MS-C sowie C800, VS-PLUS-SIM mit Simulationen wie VISSIM, Comtesse etc. sowie das USA Gerät 2070. Neben der Online-Erfassung können die Daten aus bereits aufgezeichneten Daten anderer Quellen und Protokollierwerkzeugen gewonnen werden. Die VS-WorkSuite stellt dazu zwei Importfilter zur Verfügung. Als erstes können mit Sipl Online die Daten aus einer Sipl Online Erfassung der Firma Siemens, aber auch Daten jedes in Zeilenform generierten Protokolls importiert werden. Zum zweiten steht ein Import für opl-Dateien zur Verfügung, welche von Siemens-Verkehrsrechnern erzeugt werden. Die erfassten Protokolle werden in den beiden Registern „ASCII-Protokolle“ und „VPx-Protokolle“ aufgelistet. ![]()
Mit dem Modul „Qualitätsanalyse“ steht eine leistungsfähige Funktions- und Qualitätsanalyse für Lichtsignalsteuerungen zur Verfügung. Der Anwender erhält schnell und zeitnah aussagekräftige Informationen zu seinen laufenden Steuerungen und kann so auch nach Inbetriebnahme eine konsequente Qualitätssicherung betreiben. Sind die Rohdaten einmal vom Steuergerät im Betrieb erfasst und aufgezeichnet worden, hält die Datenhaltung sie für vielfältige Auswertungen bereit. Diese unterteilen sich in eine Feinanalyse mit Hilfe der originalen Rohdaten sowie in vielfältige weiterführende, grafische Bewertungen in einfacher und auch komplexer Form. Der integrierte sog. Rohdaten-Betrachter erlaubt eine direkte Sicht auf die Messwerte im Zeitraster der Aufzeichnung. Messwerte können Signalgruppenzustände, Schleifenwerte, Zustandszähler oder beliebige Variablen aus der Steuerung (z.B. VS-PLUS) sein. Mit Hilfe von Statistikbausteinen lassen sich komplexere Untersuchungen z.B. die Ermittlung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit einer Lichtsignalanlage oder von Wartezeiten in den Zufahrten durchführen. Ein Schwerpunkt der Auswertungsmöglichkeiten liegt in der Analyse von Beeinflussungen durch den ÖPNV. So können z.B. Fahrgastwechselzeiten durch Auswertung von Anmelde- und Abmeldepunkten eines ÖPNV-Fahrzeugs ermittelt und in einem Diagramm dargestellt werden. Umfangreiche Einstellungsvarianten erlauben den Aufbau der Chartdarstellung ganz nach eigenen Vorstellungen. Auf Knopfdruck können Daten und Grafiken ausgedruckt werden. Signalgruppen Signalgruppen können auf vier verschiedene Arten ausgewertet werden:
Zustandsdauer Es wird ermittelt, wie lange die gewählten Signalgruppen in welchem Zustand gewesen sind (grün, rot oder dunkel). Verteilung von Zuständen Eine Erweiterung der Auswertung der Zustandsdauer: neben Signalgruppen und gewünschtem Zustand muss auch ein Intervall bestimmt
werden. Die obere Abbildung zeigt die Verteilung des Grünzustandes einer Signalgruppe. Zyklus Hier wird für jeden Zyklus der Kreuzung ermittelt, wie lange eine Signalgruppe grün und rot war. Koordination Hier wird die Koordination einer Signalgruppe bezüglich tx = 0 betrachtet. Variable und Relationen Als Variable zählen alle Messpunkte außer den Signalgruppen, also Detektoren oder beliebige Programmvariable. Ereignisse von Variablen Es werden Ereignisse von Variablen gezählt. Es muss eine Bedingung für ein Ereignis gegeben werden: ein Referenzwert
Relation zwischen zwei Variablen Es wird die Zeit gemessen zwischen den Ereignissen zweier Variablen. Relation zwischen Signalgruppen Es wird die Zeit gemessen zwischen den Ereignissen zweier Signalgruppen. Variable und Signalgruppen Hier wird die Zeitmessung durch ein Ereignis einer Variablen gestartet und durch ein Ereignis einer Signalgruppe beendet oder umgekehrt, z.B. zur Messung der Dauer von einer Anmeldung bis zum Grün der Signalgruppe. Kette In einer Kette können mehrere Ereignisse hintereinander aufgetragen werden. Sie ist eine Erweiterung der Relationen zwischen Signalgruppen und Variablen. Betrachter Die aufgezeichneten Daten können ‘offline’
visualisiert und ausgedruckt werden. Mit dem Öffnen des Betrachter-Fensters werden die Daten in
einer Darstellung gezeigt, die an Sipl-Online angelehnt ist.
Die VS-WorkSuite zeichnet sich durch absolute Offenheit, aber auch Unabhängigkeit gegenüber jedweder Planungsphilosophie, betrieblicher Organisation und Abwicklung sowie den Tools und Steuergeräten anderer Hersteller aus. Ob vollverkehrsabhängig oder teilverkehrsabhängig, ob signalgruppen- oder phasenorientierte Steuerung, ob absolute oder gemäßigte Beschleunigung des ÖPNV, der Anwender selbst legt seine Planungsphilosophie und Planungsgrundsätze fest und realisiert sie mit der Objektwelt von VS-PLUS. ![]() Das Konzept der VS-WorkSuite ist unabhängig vom Betriebskonzept des Anwenders. Der Verfahrensablauf für die Entwicklung, den Test, die Inbetriebnahme und die Pflege der Steuerung entspricht dem ingenieurmäßigen Vorgehen und lässt sich in jede betriebliche Umgebung, sei es die einer Verwaltung, sei es die eines Ingenieurbüros oder sei es die einer Signalbaufirma, integrieren. Auch die Aufteilung von Arbeitsprozessen und Verantwortlichkeiten ist jederzeit möglich. Die Spezifikation aller erforderlichen Versorgungsdaten für das Steuergerät erfolgt absolut herstellerneutral und sorgt dabei für eine klare Abgrenzung der Kompetenzen. Den Sicherheitsbedürfnissen wird durch eine eindeutige, nicht redundante Datenhaltung Rechnung getragen, und der verkehrstechnische Test am Arbeitsplatz unterscheidet sich natürlich nicht von dem Test am Gerät. Über ihre OCIT-Fähigkeit integriert sich die VS-PLUS Welt vollständig in jede Systemumgebung, das heißt, sie ist neutral gegenüber Verkehrsingenieurs-Arbeitplätzen, verschiedensten Test- und Simulationsumgebungen und natürlich Steuergeräten unterschiedlicher Hersteller. So verfügt die VS-WorkSuite über alle erforderlichen OCIT-Schnittstellen, um die Integrationsfähigkeit in die moderne Umgebung von Verkehrsteuerungs- und Verkehrsmanagement-Systemen sicherzustellen. Sie sind dadurch un-abhängig von den Herstellern der Steuergeräte und der Verkehrsrechner und lassen sich in jede OCIT-Umgebung einbetten.
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